Teil 1: Der Anfang des Mädchenfußballs
Die Idee zu dieser kleinen Kolumne entstand nach einem Artikel in der NWZ vom 06.03.2026 über einen Erfahrungsbericht dreier Fußballerinnen vom TSV mit der Überschrift „Für ein Mädchen spielst du ganz gut“. Der Bericht begann mit einem Zitat Mario Baslers aus 2011: „Ich bin ehrlich, Fußball ist nichts für Frauen.“ Sein Macho-Gehabe hat er in einem SWR-Podcast in diesem Jahr erneuert: „Wann siehst du mal eine Grätsche bei einer Dame, einer Frau?“ Die Antwort wäre, ja Mario, man sieht auch beim Frauenfußball die Grätsche, die wir in früheren Zeiten von dir im Weserstadion seltensten gesehen haben.
Dass der Frauenfußball immer noch mit abwertenden Kommentaren versehen wird, ist Tatsache. Gleichzeitig ist der Frauen- und Mädchenfußball aber seit Jahren auf dem Vormarsch, gibt es doch seit kurzem sogar eine hauptamtliche Trainerin in der Männer-Bundesliga bei Union Berlin. Und diese Entwicklung ist auch sehr gut in unserem Verein auf lokaler Ebene ablesbar.

Bei der Recherche, wie der Mädchenfußball beim TSV einzog, konnte uns ein Mann der „ersten Stunde“, Uwe Vogel (auch Vorsitzender des TSV von 2009 – 2016), helfen. Als 2007 seine eigene und die Tochter von Andreas Dietrich „(Didi“ – Vorsitzender des TSV seit 2016) gerne Fußball spielen wollten, war die erste D-Juniorinnen-Mannschaft geboren – mit den Trainern Uwe und Didi (der zeitgleich die Jungs der C-Jugend trainierte). Und das erste Jahr endet gleich mit dem Meistertitel.
Der Spielbetrieb im Mädchenfußball nimmt insgesamt im Oldenburger Raum eine rasante Entwicklung an. Nahmen 2007 nur ein rundes Dutzend Personen an der Kreistagung des Juniorinnenfußballs teil, waren es 2013 bereits 80 TeilnehmerInnen. Im TSV begann ab 2010 eine nachhaltige Mädchen-Fußballarbeit. Schlüssel dabei sind neben den bereits genannten Personen u. a. die Trainer Andreas Kruse, Frank Engelhard und Uwe Dreher. Verschiedene Aktionen wie ein Tag des Mädchenfußballs, Werbung beim verkaufsoffenen Sonntag auf dem Marktplatz (GanterTach), DFB-Mobil in Ganderkesee, Sportwochen in den Ferien, Turnierbesuchen oder die Teilnahme als „Einlauf- oder „Ball-Mädchen“ bei einem Bundesligaspiel der Werder-Frauen – mit anschl. Gesprächen und Fotos – haben den Mädchenfußball gepusht.
2011 kann der TSV seine erste weibl. E-Jugendmannschaft melden, somit können auch die Mädchen von „der Pike auf“ ihrem Sport nachgehen. Ab 2013 kann der TSV durchgängig alle Altersklassen im Juniorinnenbereich zum Spielbetrieb melden. Ab 2014 gibt es dann sogar eine erste weibliche F-Jugend („Pampas-Liga“) und der Mitgliederzuwachs ist in erster Linie in dieser Zeit auf die Entwicklung des Mädchenfußballs zurückzuführen.

Nicht zuletzt mit der Etablierung eines Nachwuchsleistungszentrums strahlt die Qualität des Juniorinnenfußballs mit gut ausgebildeten Trainern über die Grenzen Ganderkesees hinaus. Spielerinnen aus der näheren Umgebung wechseln zum TSV.
Probleme im Verein entstehen allerdings mit der Kreisreform 2017 im Juniorinnenfußball des Fußballverbands. Der TSV wird dem Kreis Cloppenburg-Vechta zugeordnet. Die Fahrten werden deutlich länger, teilweise werden bestimmte Wochentage für Juniorinnenspiele vorgeschrieben. Dieses führt zu spürbaren Problemen bei Spielerinnen und Trainern. Es müssen einzelne Mannschaften abgemeldet werden.
Gleichwohl spielt in der Saison 2019/20 erstmalig eine B-Juniorinnenmannschaft unter dem Trainer Uwe Saalfeld (B-Lizenzinhaber u. bekannter Bremer Fußballer) in der Bezirksliga.

Fortsetzung folgt!
Link zum Zeitungsartikel aus der NWZ vom 06.03.2026:
https://www.nwzonline.de/oldenburg-kreis/sexismus-im-sport-mario-basler-in-der-kritik-was-sagen-lokale-fussballerinnen-aus-ganderkesee_a_4,2,4055292291.html#